Vollbeschäftigung ist möglich
Auch Arbeitsangebot- bzw. nachfrage wird über den Preis gesteuert. D. h., auch bei Arbeit gilt grundsätzlich: geringerer Preis - höhere Nachfrage (mehr Arbeitsplätze).
Aber - ein großes Aber:
Arbeit ist kein Gut wie jedes andere.
- Wenn der Preis für Arbeit eine bestimmte Schwelle unterschreitet, ist der Lohn nicht mehr existenzsichernd. Wenn ein Produzent von mp3-Playern unter einem gewissen Preis nicht mehr auf seine Kosten kommt, macht er seinen Laden dicht und der Marktpreis pegelt sich dort ein wo der Markt geräumt ist (Nachfrage = Angebot) - ein ganz normaler marktwirtschaftlicher Vorgang. Wir wollen jedoch nicht - besonders in Europa -, dass Menschen in existenzieller Not leben müssen. Daher brauchen wir eine Lösung, wenn der Lohn, zu dem eine Beschäftigung statt finden würde, unterhalb dem soziokulturellen Existenzminimum liegt.
- Der Staat kann (soll) durch Bildung, gute Infrastruktur, intelligente Sozial- und Wirtschaftspolitik dafür sorgen, dass ein allgemein höheres Lohnniveau - und damit mehr Wohlstand - möglich ist. Dieser Staatseingriff ins Marktgeschehen bringt jedoch zwei Probleme mit sich:
Erstens hat ein allgemein höheres Wohlstandsniveau den "Nachteil", dass das soziokulturelle Existenzminimum steigt und damit die Gefahr größer wird, dass geringer Qualifizierte mit ihren marktgerechten Löhnen (zu denen sie Arbeit bekommen würden) unter dieses Niveau fallen.
Zweitens braucht der Staat für diese Politik Geld, was Arbeit (künstlich) verteuert. Hier muss der Staat aufpassen, dass er durch eine unsinnige Finanzierung nicht selbst Arbeitslosigkeit produziert.
Folgende Darstellung will die Antworten auf folgende Fragen geben:
Wie sieht vor diesem Hintergrund die Problemlage differenziert nach Art der Arbeitslosigkeit aus?
Welche Lösungsansätze werden diskutiert?
Wie sieht der optimale Lösungsmix aus?
strukturelle Arbeitslosigkeit |
konjunkurelle Arbeitslosigkeit |
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|---|---|---|---|---|
Normalqualifizierte |
Hochqualifizierte |
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| Problemlage | Infos dazu | Infos dazu | Hochqualifizierte haben am
Standort Deutschland
kein Arbeitsplatzproblem. Im Gegenteil: in verschiedenen Bereichen herrscht sogar Mangel an Hochqualifizierten. |
Die Finanzkrise mit der darauf folgenden Weltwirtschaftskrise verursacht weltweit Arbeitslosigkeit. |
| Lösungs- ansätze |
Infos dazu | Infos dazu |
Ein Hochlohnland braucht hochqualifizierte Menschen. Nur, wenn es von ihnen genug gibt, ist auch ein Wohlfahrtsstaat finanzierbar, der auch weniger Qualifizierte mitnimmt. Deshalb muss auf Bildung/Forschung ein Hauptaugenmerk der Politik liegen. |
Es war völlig richtig auf den massiven weltweiten Nachfrageeinbruch - verursacht durch die Finanzkrise - mit Konjunkturpaketen zu reagieren. Damit konnte eine Abwärtsspirale verhindert werden. Dies war ein Keynes-Fall, der leider in der Vergangenheit oft fälschlicher Weise ausgerufen wurde. |
| wichtigste Lösung |
Reform der
» Halbierung der Beitragssätze - klotzen nicht kleckern. |
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| Ohne bessere Ausnutzung der Humanressourcen durch eine bessere Bildung / Qualifizierung kann jedoch auch eine Basissicherung und die Sozialversicherungsreformen nicht erfolgreich sein | ||||
| Weitere Schlüssel zur Vollbeschäftigung | |
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Mittel |
Instrument |
| Mehr Teilzeit (Mobilzeit) | Basissicherung erleichtert Teilzeit |
| Mehr Eigenverantwortung, Risikobereitschaft, ständiges Lernen, weitere Flexibilisierung der Arbeitswelt etc. | Basissicherung schafft dazu die
nötige soziale Sicherheit
Steuervereinfachung schafft die entsprechenden Anreize. |
| Höhere wirtschaftliche Dynamik | Steuervereinfachung (geringere Grenzsteuerbelastung, Menschen maximieren wieder ihr Einkommen bzw. Gewinn statt Steuerersparnisse), Bildung / Forschung, Reform der Sozialversicherungen, Basissicherung gibt die nötige Grundsicherheit |
| Tarifpolitik |
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| Arbeitsmarktreformen |
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