Dynamisierte Allphasen-Primärenergiesteuer
mit Grenzausgleich
angelehnt an: Keil, Thomas, Allpahsen-Ökosteuer, Rahmenbedingungen für eine wirksame und standortverträgliche ökologische Steuerreform, Traunstein 1997
Eine Ökosteuer mit Grenzausgleich könnte analog zur Mehrwertsteuer als Endverbrauchersteuer ausgestaltet werden mit offenem Steuerausweis, d.h. Unternehmen sind vorsteuerabzugsberechtigt. Bei Exporten wird die Ökosteuer zurückerstattet bzw. keine berechnet und Importe werden mit einer Einfuhrökosteuer belegt.
- Beim Verkauf oder bei der Einfuhr von Primärenergie wird eine Mengensteuer auf Primärenergie erhoben und offen ausgewiesen. Es besteht die Möglichkeit den Steuersatz nach der Umweltintensität des jeweiligen Primärenergieträgers zu differenzieren.
- Auf allen weiteren Wertschöpfungsstufen der Produktion wird die
- offen ausgewiesene Primärenergiesteuer von bezogenen Leistungen
- + die bezahlte Primärenergiesteuer beim Bezug von Primärenergie
- + der beim Import entrichteten Einfuhrökosteuer
den einzelnen Produkten über einen Zuschlagssatz über das gesamte Unternehmen hinweg zugerechnet, d.h.
Zuschlagssatz = gezahlte Allphasen-Primärenergievorsteuer / Umsatz
Das Unternehmen hat die Option zum Nachweis einer verursachungsgerecheteren Zurechnung zu einzelnen Produkten bzw. Produktgruppen.
- Einfuhrökosteuer: Es muss eine nach Ländern und Sektoren geordnete Liste der durchschnittlichen Primärenergieintensitäten der Produktion erstellt werden, aus der der auf den Umsatz bezogene Steuersatz für die Einfuhrökosteuer unmittelbar abgelesen werden kann. Importeure haben wieder die Option für einen genaueren Einzelnachweis.
- Beginnend mit einem niedrigen Steuersatz wird die Primärenergiesteuer jährlich 20 Jahre lang um 5 % erhöht.
Der besondere Charme einer Ökosteuer in dieser Ausgestaltung liegt darin, dass
- ein Staat oder eine Staatengemeinschaft (z.B. EU) relativ weit gehen kann im Umweltschutz - also eine Vorreiterrolle übernehmen kann - ohne Wettbewerbsnachteile in Kauf nehmen zu müssen.
- wenn sich ein ausreichend großer Wirtschaftsraum, mit einem entsprechenden Anteil am Welthandel, zu einer solcher Ökosteuer entscheidet, ein Druck auf andere Staaten ausgeübt wird ebenfalls die Umweltpolitik zu forcieren. Weil diese Staaten bei ihren Exporten in den Wirtschaftsraum mit Ökosteuern mit ökologisch optimierten Unternehmen konkurrieren müssen.