



| | Bedarfsunabhängige
Soziale Grundsicherung
in Form einer Basissicherung
Unser heutiges Sozial- und Steuersystem ist
pervers:
Die Absicherung von Erwerbsfähigen über das
Arbeitslosengeld II (Harz IV) hat zur Folge, dass sich Arbeit für
Geringqualifizierte nicht lohnt (siehe
Gegenüberstellung des Stundenlohns bei Harz IV gegenüber Erwerbseinkommen).
Das steuerfreie Existenzminimums, weitere Freibeträge, Ehegattensplitting,
unzähliger Abzugsmöglichkeiten und Detailregelungen bewirken, dass Gutverdiener
davon absolut gesehen am
meisten profitieren und das Steuersystem äußerst komplex und undurchschaubar
geworden ist. Die volkswirtschaftliche Steuerquote der Einkommen- und
Körperschaftsteuer beträgt ca. 11 %; bei
nominalen Steuersätzen von 15 - 45 %.
Deshalb: Statt 1.000 Ausnahmetatbestände eine Basissicherung in Höhe von gut der
Hälfte des soziokulturellen Existenzminimums. Dann lohnt sich Arbeit für
Geringqualifizierte wieder - entsprechende Arbeitsplätze entstehen und ein einfaches Steuersystem gibt maximale Leistungs- statt
Steueroptimierungsanreize.
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Ausgestaltung
 | Jeder volljährige deutsche Staatsbürger bekommt
450 € monatlich als Basissicherung (ca. 70 % des soziokulturellen
Existenzminimums).
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250 € Kindergeld für die ersten zwei
Kinder. Für jedes weitere Kind 150 €.
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Im ersten Lebensjahr wird zusätzlich entweder ein Babygeld in Höhe von 250 €
bezahlt oder das aktuelle Elterngeld in Abhängigkeit vom Einkommen
- je nachdem was höher ist.
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Das Staatsbürger-, Kinder- und Babygeld wird jährlich an den
Lebenshaltungskostenindex angepasst.
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 | Kostenlose hochwertige
Ganztagsbetreuung und Bildung für Kinder
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Von der Krabbelstube (1. Lebensjahr) bis zum
Erststudium. |
 | Hochschulabsolventen zahlen jedoch einen mit der
Hochschule vereinbarten Zuschlag auf ihre spätere Einkommensteuer. |
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Flächendeckendes Angebot von Ganztagsschulen und
-kleinkinderbetreuung mit einem kostenlosen hochwertigen Mittagessen. |
 | Klassenfahrten, Bücher und Grundausstattung
sonstiger Lernmittel werden kostenlos zur Verfügung gestellt.
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Für aus gesundheitlichen Gründen eingeschränkt
erwerbsfähige Bürger gibt es weiterhin zusätzlich „Sozialhilfe in besonderen
Lebenslagen“ - abgestuft nach dem Grad der Einschränkung der Erwerbsfähigkeit.
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Erwerbsfähige ausländische Mitbürger
haben einen Anspruch auf die „Sozialhilfe zum Lebensunterhalt“ (mit Bedürftigkeitsprüfung); maximal in Höhe der Basissicherung. |
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Gegenfinanzierung
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Was unterscheidet
die hier vorgeschlagene Basissicherung (social flat) von anderen Vorschlägen wie: negative
Einkommenssteuer,
FDP-Bürgergeld, bedingungsloses Grundeinkommen (Götz, Althaus,
Straubhaar) oder Kombilohnmodellen (Sinn)?
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Beim
hier gemachten Vorschlag garantiert der Staat Erwerbsfähigen nicht mehr das
soziokulturelle Existenzminimum. Dies stellt einen
Paradigmenwechsel dar.
Nur so
kann aber eine Soziale Grundsicherung geschaffen werden, die keinen Anreiz bietet nicht zu
arbeiten.
Nur eine
solche Soziale Grundsicherung ermöglicht es Geringqualifizierten in einer hochproduktiven Volkswirtschaft mit hohen
Lebenshaltungskosten sich ihre Existenz durch eigene Arbeit zu
sichern.
Bei einem Bruttostundensatz von zum Beispiel
2,50
€ ohne Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung findet jeder
einen Arbeitsplatz, um sich selbst die Differenz zum
soziokulturellen Existenzminimum hinzu zu verdienen. Damit ergibt
sich ein verfügbares Einkommen von 796 € (s.u.). Dies läge
über dem heutigem Hartz IV-Niveau. Entsprechende
Arbeitsplätze würden wieder entstehen nachdem sie über bald 40
Jahre systematisch wegrationalisiert oder exportiert wurden.
| Mindestlohn
/ Std. |
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2,50 |
€ |
| Std.
/ Woche |
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42 |
Stunden |
| Wochen
/ Monat |
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4,33 |
Wochen |
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| Bruttoverdienst |
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455 |
€ |
| EKSt |
15% |
-68 |
€ |
| Sozialversicherungen |
20% |
-91 |
€ |
| Netto |
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296 |
€ |
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| Basissicherung |
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450 |
€ |
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| verfügbares
Einkommen |
796 |
€ |
Nur eine
solche Soziale Grundsicherung gibt der Mittelschicht, insbesondere
mit Kindern, eine solide Basis für ihre Lebensplanung.
Nur eine
solche Soziale Grundsicherung ermöglicht den Abbau unseres
intransparenten und damit ungerechten Gestrüpps an
Sozialleistungen (Kinderfreibeträge, subventionierter ÖPNV,
Arbeitslosengeld II, verminderter Umsatzsteuersatz, etc. etc.)
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Alle
anderen Vorschläge arbeiten dagegen mit einem Abschmelzen
der Zuwendung, wenn eigenes
Einkommen hinzu tritt. Wobei aber das soziokulturelle
Existenzminimum nicht unterschritten wird.
Dies hat zwei fatale Wirkungen (siehe Berechnung: Zur Verfügung
stehendes Einkommen):
-
Wird
eine geringe Anrechnung eigenen Einkommens gewählt, erhalten
auch relativ gut Verdienende immer noch einen relativ hohen
Zuschuss.
-
Wird
ein hoher Anrechnungssatz gewählt, besteht kein Anreiz zu
arbeiten, da ja das soziokulturelle Existenzminimum
abgesichert ist.
-
Diese
Wirkungen erhöhen sich stark, wenn Kinder vorhanden sind.
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Wir müssen unser gesamtes Steuer- und
Sozialsystem vom Kopf auf die Füße stellen:
 | keine Kinderfreibeträge, steuerfreies Existenzminimum etc.
bei der Steuer, die besonders Gutverdiener entlasten |
 | kein kompliziertes pseudogerechtes Steuersystem von dem
wiederum besonders Gutverdiener profitieren |
 | keine Sozialversicherungen, bei denen sich wiederum die
Gutverdiener schon längst aus der Solidarität verabschiedet
haben und menschliche Arbeit künstlich überteuert wird |
Statt dessen eine
 | Soziale Basissicherung für alle |
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durch die eine
effiziente Flat-Tax auch gerecht wird und |
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echte
Bürgerversicherungen statt Arbeit vernichtende
Lohnnebenkosten |
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Darf der Staat das soziokulturelle Existenzminimum
verweigern? |
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Dies ist sicher ein weitgehender Schritt.
Insbesondere in der Übergangszeit bis entsprechende Arbeitsplätze wieder
entstanden sind, könnte man sich daher eine Kombination mit
Workfare-Konzepten überlegen. D.h., an zusätzliche staatliche
Unterstützung wird die Bedingung geknüpft, dass 40 Stunden in der Woche
gearbeitet wird. Dies könnte zum Beispiel über Leiharbeit organisiert
werden. In dieser Kombination wäre auch ein Mindestlohn von ca. 2,50 €
denkbar. Workfare-Konzepte ohne bedingungslose Basissicherung haben u.a.
den Nachteil, dass kein Anreiz besteht sich auf dem ersten Arbeitsmarkt
engagiert zur Verfügung zu stellen. |
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